AWARENESS KONZEPT
FOEHRENTANZ 2026
Wir vom Virus Club Barbian möchten allen Beteiligten der FOEHRENTANZ 2026 ein unvergessliches Erlebnis ermöglichen. Voraussetzung dafür ist, dass sich jede Person frei, wohl und respektiert fühlen kann. Dieses Awareness-Konzept dient dazu, die gemeinsame Haltung des Vereins im internen Prozess zu festigen und nach außen sichtbar zu machen. Gleichzeitig schafft es die Grundlage für konkrete Maßnahmen und klare Zuständigkeiten, damit bei Grenzüberschreitungen oder diskriminierendem Verhalten verantwortungsvoll und handlungsfähig reagiert werden kann.
Wir entwickeln dieses Konzept laufend weiter, im Austausch mit Expert*innen, Organisationen und Beteiligten des Festivalevents.
1.Prinzipien
Awareness heißt für uns, aufeinander zu achten.
Wir setzen einen bewussten Fokus auf präventive Arbeit mit dem Ziel, Vorfällen vorzubeugen. Dabei verstehen wir Sicherheit und respektvolles Miteinander nicht als Zustand, sondern als kollektive Praxis.
Wir positionieren uns klar gegen jede Form von Gewalt, Belästigung, Victim-Blaming oder Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität, Behinderung, sozialer Herkunft oder anderer persönlicher Merkmale. Wir verstehen uns als lernende Gemeinschaft, die auf Solidarität, offene Fehlerkultur, gegenseitige Verantwortung und die Verantwortung jeder einzelnen Person für das eigene Verhalten setzt.
Unsere Haltung orientiert sich an folgenden Werten:
- Niederschwelligkeit: Durch Sichtbarkeit und verschiedene Kanäle sollen Hemmschwellen, Unwohlsein anzusprechen und Unterstützung in Anspruch zu nehmen, abgebaut werden.
- Parteilichkeit und Betroffenenorientierung: Die Bedürfnisse und Grenzen der betroffenen Personen stehen im Mittelpunkt.
- Freiwilligkeit und Selbstbestimmung: Unterstützung wird angeboten, Zustimmung muss freiwillig erfolgen. Persönliche Grenzen werden respektiert.
- Vertraulichkeit: Der Umgang mit persönlichen Informationen ist vertraulich.
- Fehlerkultur: Wo viele Menschen zusammenkommen, werden immer wieder Fehler passieren. Es steht nicht die Bewertung im Vordergrund, sondern der Lerneffekt.
- Entwicklung: Awareness verstehen wir als Prozess für alle Beteiligten. Durch Feedbackprozesse und Evaluationen entstehen Anpassungen.
2.Rahmenbedingungen des Awareness-Konzepts
2.1 Code of Conduct
Mit dem Code of Conduct definiert der Virus Club Barbian grundlegende Verhaltensregeln im Umgang miteinander, die als gemeinsame Haltung von allen Beteiligten der Veranstaltung sowie ihrer Vor- und Nachbereitung vorausgesetzt werden. Er dient als verbindliche Orientierung dafür, welches Verhalten erwartet wird, wo klare Grenzen im Umgang miteinander liegen und welche Maßnahmen bei Verstößen folgen.
Der Code of Conduct wird von allen Vereinsmitgliedern und Mitwirkenden mitgetragen und durch Plakate sowie digitale Formate (z. B. Website) sichtbar gemacht. Ziel ist, dass alle Beteiligten ihn kennen, ernst nehmen und entsprechend handeln.
2.2 Rollen
Awareness-Verantwortliche sind Mitglieder des Virus Club Barbian, die den strukturellen und organisatorischen Rahmen für die Awareness-Arbeit entwickeln und koordinieren. An den Festivaltagen übernehmen diese Aufgabe Sarah Breitenberger und Kathrin Ploner.
Sie sind die direkten Ansprechpersonen für Awareness-Beauftragte, Vereins- und Crew-Mitglieder sowie für alle Personen, die sich bei Awareness-Themen an das Organisationsteam wenden möchten. In Entscheidungsprozesse werden sie eingebunden und können bei Bedarf die entsprechende Aktionskette aktivieren.
Das Awareness-Team besteht aus Personen, die bei der Veranstaltung präsent sind. Sie sind Ansprechpersonen für alle Beteiligten der Foehrentanz und bieten Unterstützung in akuten Situationen, deeskalieren, leisten niederschwellige Präventionsarbeit. Das Awareness-Konzept und der Code of Conduct des Virus Club Barbian definieren ihren Auftrag und geben Rahmenbedingungen und Orientierung. Das Awareness-Team ersetzt keine Security- oder Polizeikräfte und übernimmt keine entsprechenden Aufgaben.
3.Umsetzung
Die Umsetzung des Konzeptes beginnt bereits in der Planungsphase. Neben dem sozialen Miteinander werden auch Aspekte wie Rückzugsmöglichkeiten und Umgang mit Substanzen in den Blick genommen. Die Umsetzungsmöglichkeit von Barrierefreiheit zum und auf dem Festivalgelände ist herausfordernd und aufgrund örtlicher Gegebenheiten limitiert.
3.1. Sensibilisierung der Vereins- und Crewmitglieder
Vor Beginn der Veranstaltung setzen sich alle beteiligten Personen aktiv mit dem Awareness-Konzept und dem Code of Conduct auseinander. Alle werden darauf sensibilisiert als Ansprechperson für Besucher*innen unterwegs zu sein und kennen die Aktionskette.
3.2 Awareness-Team
Das Awareness-Team ist am Samstag von 19-4.30 Uhr aktiv auf dem Festivalgelände unterwegs, erkennbar an einer leuchtenden Umhängetasche. Vorab (18Uhr) erfolgt ein Briefing mit allen Awareness-Beteiligten des Abends, dazu gehören: Das Awareness-Team, die Awareness-Verantwortlichen des Vereins, Streetlife-Mitarbeitende und First Responder. Das Briefing wird von einer Mitarbeiterin des Forum Prävention geleitet, welche den Virus Club vor, während und nach der Veranstaltung professionell begleitet. Die Teams sind jeweils zu zweit für drei-Stunden-Schichten gemeinsam unterwegs. Die letzte Schicht (2-4.30Uhr) wird von den Awareness-Verantwortlichen des Orga-Teams selbst übernommen. Als Kommunikationsmittel zw. Awareness-Team, Orga-Team und First Responder werden Funkgeräte benutzt; eine gemeinsame Whatsapp-Gruppe kann, wenn als sinnvoll erachtet, zusätzlich eingerichtet werden.
Aufgaben?
3.3 Awareness- Telefon
Ein Awareness-Telefon als zusätzlicher Kommunikationskanal wird vom Virus Club eingerichtet und ist bei der Kassa deponiert. Als fixe Anlaufstelle ist dort das Orga-Team anzutreffen und über eine Nummer telefonisch und via Whatsapp erreichbar. Bei Bedarf wird das Awareness-Team kontaktiert oder Sarah und Kathrin werden hinzugeholt und übernehmen. Die Nummer wird auf dem gesamten Gelände sichtbar angebracht und die Festivalbesucher*innen werden am Eingang und von der Crew darauf hingewiesen.
3.4 Sichtbarkeit/Sensibilisierung der Besucher*innen
Alle Festivalbesucher*innen werden beim Eingang von der Crew auf das Awareness-Team und die Funktion des Telefons informiert. In Form von Plakaten und Schildern wird die Grundhaltung des Vereins basierend auf dem Code of Conduct auf dem Festivalgelände und dem Weg dorthin dargestellt – das Awareness-Team sowie die Vereins- und Crewmitglieder haben die Aufgabe Festivalbesucher*innen auf das Konzept und die Angebote in niederschwelligen Gesprächen aufmerksam zu machen.
3.5 Aktionskette
1.Meldung: Vorfall wird dem Awareness-Team gemeldet
2.Erstintervention: Bedürfnisse der betroffenen Person werden vom Awareness-Team ermittelt und Unterstützung angeboten in Form von Gesprächen, Begleitung in geschützten Raum (abgeschirmtes Zelt hinter Kassa), Hinzuziehen der Streetlife-Mitarbeitenden (Unwohlsein aufgrund Substanzmissbrauch), Bereitstellung von Wasser und Traubenzucker, Erarbeitung von Lösungsansätzen.
Wichtig: bei Unsicherheiten/Zweifeln/Entscheidungssituationen jederzeit Sarah und Kathrin vom Orga-Team, die Mitarbeiter*in vom Forum Prävention (Viviana), Streetlife oder First Responder hinzuholen und auf eigene Grenzen achten!
3.Entscheidungsfindung: Sollte die Erstintervention nicht ausreichen, um das Wohlergehen der betroffenen Person zu garantieren, trifft das Orga-Team (Sarah und Kathrin, ggf. Verantwortliche des Ausschusses) in Austausch mit Forum Prävention (Viviana), Streetlife und First Responder die Entscheidung zum weiteren Vorgehen.
3.5.1: bei Missbrauch von Substanzen (selbstverschuldet): In Zusammenarbeit mit Streetlife/Forum Prävention wird die Lage eingeschätzt und falls notwendig das Sanitätspersonal angefordert.
3.5.2: bei Missbrauch von Substanzen verschuldet durch andere (z.B. KO-Tropfen): Die betroffene Person wird umgehend durch das Sanitätspersonal betreut und begleitet. Besteht ein begründeter oder bestätigter Verdacht darauf, dass einer Person durch Dritte Substanzen verabreicht wurden, werden die zuständigen Behörden verständigt. Liegt lediglich ein Verdacht vor, werden das Team sowie die Besucher*innen sensibilisiert und auf einen achtsamen Umgang mit Getränken und persönlichen Gegenständen hingewiesen. Grundhaltung für Orga-Team und Crew: Ruhe bewahren und Ausbreitung von Panik vermeiden!
3.5.3.: bei Grenzüberschreitungen jeglicher Art (sex. Belästigung, Diskriminierung, Gewalt): Das Awareness-Team versucht zu deeskalieren, sollte dies nicht möglich sein werden Sarah und Kathrin dazugeholt. Der betroffenen Person wird ggf. angeboten, die verursachende Person räumlich zu trennen oder aufgrund von Verletzung des Code of Conducts von der Veranstaltung zu verweisen. In diese Schritte werden die Verantwortlichen des Virus Clubs (Ausschussmitglieder) hinzugezogen und, wenn notwendig, Einsatzkräfte aktiviert.
3.6 Evaluation und Feedback
Nach der Veranstaltung wird der Ablauf mit dem Awareness-Team, Forum Prävention (Viviana), Streetlife, First Responder und dem Orga-Team nachbesprochen und evaluiert. Darauf aufbauend kann sich das Konzept und ihre Umsetzung entwickeln.